Pressespiegel
Stiftung Warentest 08/2006
Artikel Stiftung Warentest über Lasik Operation im Ausland.
Lasik im Ausland
Berichte häufen sich: Komplikationen nach LASIK im Ausland
Wie "DIE WELT" berichtet, reisen gegenwärtig rund 5.000 Bundesbürger pro Jahr zur Lasik-OP ins Ausland. Als Hauptgrund werden die niedrigeren Kosten der Operation angegeben. Zunehmend mehr dieser Patienten müssen ihre anfängliche Einsparung teuer bezahlen: Nach Berichten deutscher Augenärzte, die operierte Patienten nachbehandeln, ist die Komplikationsrate im Ausland ca. zehnmal höher. Dabei handelt es sich z.B. um Faltenbildungen an der Hornhaut, Blendungserscheinungen und Über- bzw. Unterkorrekturen infolge falscher Messungen vor der Operation. Die überwiegende Mehrzahl der Komplikationen hätte durch eine sorgfältige Beratung und Voruntersuchung sowie durch eine strikte Einhaltung der Indikation vermieden werden können.
Tatsächlich erscheinen die Preise im Ausland auf den ersten Blick verlockend: 1.000 bis 1.500 Euro für die LASIK-OP an beiden Augen inklusive Flug, Reisebetreuung und Unterbringung im Doppelzimmer. Vielfach sind die Operateure auch erfahren und nutzen moderne Geräte. Die Probleme liegen jedoch meist ganz anders. Kann der Patient sicher sein, dass er den untersuchenden Arzt versteht bzw. kann dieser ihm alle Fragen ausreichend beantworten? Wie vermittelt der Patient dem Arzt seine Erwartungen? Wie sieht es mit der Aufklärung und der Eignung aus? Werden Alternativen bei grenzwertiger Fehlsichtigkeit angeboten? Wie hoch ist der Druck von der Reisegruppe? Wenn man einmal angereist ist, möchte man doch nicht ohne Lasern wieder abfahren?
Zum Vergleich: In Deutschland werden von vielen Laserzentren unverbindliche Informationsabende angeboten, bei denen Verfahren ausführlich dargestellt und Fragen beantwortet werden. Bei verantwortungsvollen Chirurgen liegen zwischen der Voruntersuchung und der Operation mindestens eine, wenn nicht sogar zwei Wochen, um dem Patienten nach der Aufklärung nochmals umfassend Zeit zum Überlegen zu geben. Damit wird deutlich: Das Gespräch ist für einen guten refraktiven Chirurgen ein mindestens ebenso wichtiges Instrument wie der Laser selbst und der sterile OP.
Und nicht zuletzt: Während es sich in Deutschland aufgrund behördlicher Überwachung kein renommierter Anbieter leisten kann, falsche Angabe zu Geräten, Operationszahlen und Operationsergebnissen zu machen, kann ein Patient diese Faktoren im Ausland kaum einschätzen.
Quellen:
16. 11. 2005, ZDF.reporter:
Billigmedizin im Ausland: Augenlasern in Istanbul - An der falschen Stelle gespart
2. 8. 2005, DIE WELT:
Augenärzte warnen vor Laseroperation im Ausland
26. April 2004, Bayrischer Rundfunk:
Die Sprechstunde - Augenlasern in Tschechien und in Deutschland. Medizintourismus nach Osteuropa
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