Intraokularlinsen
Bei Vorliegen einer stärkeren Fehlsichtigkeit oder Gegenanzeigen für
eine Laserbehandlung der Hornhaut können linsenchirurgische Verfahren
angewandt werden:
- Phake Linsenimplantation
- RLA (Refraktiver Linsen-Austausch)
- Multifokallinse
Phake Linsenimplantation (Artisan, Artiflex, ICL, PRL)
Der Hornhautchirurgie sind durch die vorhandene Hornhautdicke (im
Zentrum circa 0,5 mm) Grenzen gesetzt. Bei hohen Fehlsichtigkeiten kann
der Laser mittels LASIK nicht mehr den gesamten Brechkraftfehler
korrigieren. Ab einer Kurzsichtigkeit von >-8,0 dpt., bzw.
Weitsichtigkeit >+3,0 dpt. ist der Laserabtrag mittels LASIK in der
Hornhaut zu groß. Es gibt verschiedene Linsentypen, die unter Erhalt
der körpereigenen Linse implantiert werden können.
Je nachdem, ob sie vor die Regenbogenhaut in
die Vorderkammer des Auges oder dahinter implantiert werden, spricht
man von Vorder- bzw. Hinterkammerlinsen. Alle Linsen bestehen aus
höchst bioverträglichen Materialien, die sich flexibel verarbeiten
lassen. Die Artiflex- und die Artisan- Linsen sind spezielle
Vorderkammerlinsen, wohingegen es sich bei der ICL und PRL um
Hinterkammerlinsen handelt. Sie sind bei Weitsichtigkeit von +10
Dioptrien und Kurzsichtigkeit bis -20 Dioptrien einsetzbar. Auch
Hornhautverkrümmungen bis zu -6 Dioptrien können korrigiert werden.
Die Linsen verfügen über hervorragende
optische Eigenschaften. Darüber hinaus bieten diese Implantate eine
gute Vorhersagbarkeit des Ergebnisses. Ein großer Vorteil dieses
Verfahrens besteht in seiner Reversibilität (d.h. falls notwendig, kann
die Operation rückgängig gemacht werden) und die Hornhaut bleibt
unbehandelt. Die Phake- Linsenimplantation bietet sich somit für junge
Patienten an, deren eigene Linse noch die Naheinstellungsfähigkeit
besitzt und damit noch keine Lesebrille erforderlich ist
(Akkomodation).
Die Operation erfolgt ambulant unter
örtlicher Betäubung. Die Dauer des Eingriffes beträgt lediglich wenige
Minuten. Zunächst wird mit einem Diamantmesser ein lediglich 3 mm
breiter Schnitt angelegt, durch den dann die Kunstlinse in das Auge
eingeführt wird. Im Gegensatz zur LASIK-Behandlung wird an einem Tag
nur ein Auge operiert. Die Operation des zweiten Auges erfolgt wenige
Tage später.
RLA (Refraktiver Linsen Austausch)

Bei diesem Operationsverfahren handelt es sich um den direkten
Austausch der eigenen Linse durch ein optisches Implantat. Der Eingriff
ist im Grunde identisch mit der Operation des Grauen Stars. Die
Operation des Grauen Stars ist übrigens der häufigste operative
Eingriff in der Augenheilkunde (im Jahr 2006 wurden allein in
Deutschland 560.000 Operationen durchgeführt). Darüber hinaus ist
dieser außerordentlich standardisiert und sicher. Bei dem refraktiven
Linsenaustausch (RLA) wird allerdings die noch klare Linse entfernt und
durch eine Hinterkammerlinse ersetzt, um den Patienten von seiner oft
sehr starken Brille zu befreien. Anwendung findet der refraktive
Linsenaustausch meist bei Patienten ab dem 45. Lebensjahr bei
bestehender hoher Fehlsichtigkeit.
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