Die operative Behandlung des grünen Star (Glaukomchirurgie)

Was ist ein grüner Star (ein Glaukom)?

Welche Auswirkungen hat er?
 
Beim grünen Star kann das Kammerwasser nicht mehr ungehindert abfließen, wodurch der Augeninnendruck ansteigt. Durch den erhöhten Augeninnendruck erhöht sich der Druck auf die inneren Blutgefäße, die die Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Ein allmähliches Absterben der Sehnervfasern ist die Folge. Diese werden unwiederbringlich zerstört.
 
Diese Entwicklung kann lange Zeit unbemerkt vom Patienten ablaufen, weshalb Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig sind. Bleibt der grüne Star unbehandelt, führt er langfristig zur Erblindung.
 
Insbesondere Personen, die
 
  • einen Augeninnendruck > 21 mmHg haben
  • in deren Familie schon häufiger Glaukome aufgetreten sind
  • die kurzsichtig sind
  • die eine Netzhautablösung erlitten haben
  • die Diabetes haben
  • die an Migräne leiden
  • die eine traumatische Verletzung am Auge hatten
  • deren Extremitäten schlecht durchblutet sind
  • die über 40 Jahre sind
sollten sich regelmäßig untersuchen lassen.
 
Die Abbildungen verdeutlichen, welchen Einfluss der grüne Star auf den Sehnerven hat.
 

 
Die Sehnervfasern transportieren die visuellen Eindrücke zum Gehirn. Sterben sie ab, kommen dort weniger Informationen an und das Bild wird schlechter. Die Folge ist ein fortschreitender Verlust des Gesichtsfeldes (siehe folgendes Foto).
 
Mit folgenden Untersuchungen wird ein Glaukom diagnostiziert:
 
  • Messung des Augeninnendrucks. Da dieser großen tageszeitlichen Schwankungen unterliegen kann, sollte er möglichst zu verschiedenen Tages- und auch Nachtzeiten gemessen werden (Tagesnachtprofil).
  • Untersuchung des Sehnervkopfes. Dadurch kann der Augenarzt das Glaukom beurteilen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Sehnervkopf zu untersuchen.
  • Untersuchung des Gesichtsfeldes (Perimetrie)

Die medikamentöse Behandlung des Grünen Stars

Es stehen verschiedenste Medikamente zu Verfügung, welche die Entwicklung des Grünen Stars einschränken können. Sie unterdrücken entweder die Entstehung oder verbessern den Abfluss des Kammerwassers. Da die Erkrankung chronisch ist und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, darf die Behandlung nicht unterbrochen werden. In vielen Fällen schreitet der Gesichtsfeldverlust trotz medikamentöser Therapie voran. Manche Patienten vertragen die Medikamente schlecht. Solche Patienten sind durch einen operativen Eingriff behandelbar.
Die operative Behandlung des Grünen Stars
 
Die Viskokanalostomie
 
Die Viskokanalostomie ist eine moderne Operationsmethode zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks beim Glaukom. Grundsätzlich können alle Glaukomformen mit einem weiten Kammerwinkel mit dieser Therapie behandelt werden.
 
Unterschied zur herkömmlichen Operationstechnik (Trabekulektomie)
 
Bei der Trabekulektomie/Goniotrepanation wird das verstopfte Trabekelwerk (das den natürlichen Abfluss des Kammerwassers behindert) an einer Stelle ausgeschnitten und das Kammerwasser unter die Bindehaut abgeleitet. Es wird ein neuer, nicht natürlicher Abflussweg geschaffen. Bei der Viskokanalostomie hingegen wird die verstopfte Stelle lediglich umgangen, so dass das Kammerwasser danach wieder den natürlichen Abflussweg (Schlemmscher Kanal) nutzen kann.
 
Vorteile gegenüber der herkömmlichen Operation
 
Es werden größtenteils die natürlichen Abflusswege des Kammerwassers genutzt. In den ersten Tagen nach der Operation ist das Auge wegen der geringeren Druckschwankungen weniger gereizt, und es treten weniger Nebenwirkungen wie Blutungen und Abhebungen der Aderhaut auf. Die erzielte Drucksenkung ist nach unseren bisherigen Erfahrungen wegen der geringeren Vernarbungstendenz lang anhaltend.
Tipps für Glaukom-Patienten
 
Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig von Ihrem Augenarzt kontrollieren. Der Verlauf des Glaukoms ist schleichend und man ist selbst nicht in der Lage, einen erhöhten Augeninnendruck zu spüren. Während der Kontrolluntersuchungen wird auch entschieden, ob die Therapie geändert werden soll oder nicht.
 
Ihre Medikamente müssen Sie regelmäßig - möglichst immer zur gleichen Tageszeit - tropfen. Müssen Sie mehreren Augentropfen anwenden, warten Sie ein paar Minuten zwischen den Anwendungen, damit die Medikamente besser wirken können. Unmittelbar nach dem Tropfen sollten Sie den Nasengang zuhalten, damit das Medikament nicht zu schnell abfließt.
 
Sollten Sie Raucher sein, ist es ratsam, mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotin führt zu einer Verengung der Blutgefäße, wodurch die Erkrankung schlimmer werden kann.

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